Mehr Mitspracherecht für Senioren


Oberbürgermeister Uli Pötzsch will einen Beirat gründen, der sich um die Belange der älteren Bürger in Selb kümmert. Dr. Eva Körner übernimmt die Leitung des Gremiums.
 

Von Andreas Godawa

Selb — Die Stadt Selb beruft einen Seniorenbeirat ein. Er soll künftig vierteljährlich tagen und eine Schnittstelle zwischen den älteren Bürgern und dem Stadtrat sein. Am Mittwoch hat Oberbürger-meister Uli Pötzsch den ersten Runden Tisch zur Gründung dieses Beirates einberufen und dabei auch schon die Seniorenbeauftragte der Stadt präsentiert: Die Allgemeinärztin Dr. Eva Körner.

Zu diesem ersten Treffen hatten Pötzsch und Körner Vertreter verschiedener Sozialverbände und der Kirche eingeladen. Dabei ging es darum, die Basis für die Gründung des Beirates zu legen, sprich: Das Vorhaben bekannt zu machen und mögliche Beiräte zu finden. Denn wer dem Seniorenbeirat angehören wird, erweist sich erst am Mittwoch, 26. Februar, wenn das zweite Treffen ansteht. An diesem Tag soll sich der Beirat konstituieren und sich auch eine Satzung geben.

Die Vorarbeit dafür fand nun im Selber Rathaussaal statt. Mit dabei waren Toni Lang und Fred Jäger vom VdK, Erich Kauper (Arbeiterwohlfahrt), Klaus Fiedler (Diabetiker-Selbsthilfegruppe), Beate Lenk (Leiterin des Paul-Gerhardt-Hauses), Otto Bayreuther (Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Selb-Wunsiedel), Rotraut Stein-Sommerfeldt (Leiterin des Marie-Bauer-Sozialzentrums, Ulrike Kropf (Volkshochschule Selb), Annette Behrens (Hauskrankenpflege) sowie Pfarrerin Andrea Münster für die evangelische Kirche, Dekan Hans Klier für die katholische Kirche und Bauamtsleiter Helmut Resch.


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Wie Oberbürgermeister Pötzsch erläuterte, befasse sich der Stadtrat regelmäßig mit Themen, die eine ältere Bevölkerungsschicht betreffen. „Und wir brauchen jemanden, der nahe an den Senioren ist und sich mit ihren Themen auskennt." Eben einen Seniorenbeirat. Dass Pötzsch einen solchen gründen will, hatte er bereits mehrfach angekündigt. Aufgrund dieser Ankündigung sei Dr. Körner auf ihn zugekommen und habe sich bereit erklärt mitzuarbeiten, sagte der OB. Deswegen habe er ihr den Posten der Seniorenbeauftragten übertragen. 
Bei dem runden Tisch ging es nun darum, über die Vertreter der Sozialverbände und Kirchen an Frauen und Männer heranzutreten, die sich vorstellen könnten, im Beirat mitzuarbeiten. Angepeilt ist im Moment eine Mitgliederzahl von 15. Natürlich soll der Beirat auch offen nach außen sein, sagte Pötzsch: „Jeder, der Interesse an dieser Arbeit hat, kann sich einbringen."

Und der Seniorenbeirat bekommt auch besondere Rechte: So kann er in den Stadtratssitzungen nicht nur Anfragen, sondern auch Anträge stellen, über die dann beraten werden muss. Auch soll der Seniorenbeauftragten am Ende der Sitzung Zeit gegeben werden, um Anregungen und Wünsche vorzubringen oder über die Arbeit des Beirats zu berichten.

„Wir brauchen natürlich eine rechtliche Basis", erklärte Pötzsch. Deswegen wird es auch eine Satzung geben. Körner hat außerdem im Dezember an einem offenen Treffen im Landratsamt teilgenommen, das der Seniorenbeauftragte des Landkreises, Horst Weidner, organisierte hatte. In Selb stellte lsie den Teilnehmern eine Studie vor, in der das Allensbach-Institut über 4000 Frauen und Männer zwischen 65 und 85 Jahren befragt hat. Daraus ergibt sich auch, welchen Anforderungen sich die Politik stellen muss: So wünschen sich die Senioren unter anderem Hilfe bei Behördenangelegenheiten, qualitativ hochwertige Pflegeeinrichtungen, eine Anpassung des öffentlichen Nahverkehrs und Möglichkeiten für ein altersgerechtes Wohnen.

Schon aus dem demografischen Wandel ergäben sich eine ganze Reihe von Themen, sagte Pötzsch: „Das fängt bei der barrierefreien Innenstadt an und reicht bis zur Bildung von Netzwerken für Senioren."

So weit ist es aber noch nicht. Die Teilnehmer einigten sich darauf, sich bis zum 10. Februar Gedanken über mögliche Beiratsmitglieder zu machen und Vorschläge an den Oberbürgermeister weiterzugeben. Aber natürlich kann sich auch jeder Interessierte bei OB Pötzsch melden. Das nächste Treffen zur Gründung des Seniorenbeirates wird am 26. Februar stattfinden, die Details wollen Pötzsch und Körner noch bekannt geben.
Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, mindestens 5O Jahre alt ist und in Selb oder einem Ortsteil wohnt, kann sich bis zum 10. Februar an Oberbürgermeister Uli Pötzsch per E- Mail wenden unter der Adresse: oberbuergermeister@selb.de

Die Seniorenbeaufragte

Dr. Eva Körner ist 51 Jahre alt und gebürtige Selberin. Ihr Interesse an der Aufgabe sei sicher auch berufsbedingt, sagt sie. „Ich sehe die Sorgen und Nöte, aber auch die Potenziale der älteren Generation”. Es gebe viele Seniorinnen und Senioren, die Hilfe bräuchten.

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